Es ist noch keine zehn Jahre her, da habe ich selbst noch nachts selbst mitgeholfen, fränkische Weinberge und Wiesen zu düngen. Meistens nach Weinfesten auf dem Heimweg (zu Fuß versteht sich), oft nach den Festen in Rödelsee, Iphofen und und und. Also ich kann wirklich von mir behaupten, die schöne Natur in der fränkischen Heimat genossen zu haben.

Ja, in meiner Mannheimer (Industriewüste) Zeit habe ich diese Landschaft sogar richtiggehend vermisst an schönen Sommertagen.

Die Zeit der schönen natürlichen (!) Umgebung im Landkreis Kitzingen ist leider demnächst dabei.

Heute beginnt im Landkreis Kitzingen nämlich die Zeit des Genmaises. Der mit Abstand größte Teil der 90 Hektar für Genmais ausgewiesene Fläche in Bayern liegt nämlich dort. Wie der Stoibär schreibt:

Richtig hart trifft es die Gemeinde Obernbreit, wo der Landwirt wohnt, der scheinbar für Monsanto die Speerspitze in Deutschland bilden soll. Bauer Reinhard Dennerlein möchte großflächig Genmais anbauen, weil er diesen zur Schweinemast einsetzen möchte und im benachbarten Rödelsee einen weiteren Schweinemastbetrieb für 2500 Tiere plant.

Und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat ein Problem: Als Minister in einer konservativen Partei muss er eigentlich diese Genmanipulationen toll finden, ist ja Forschung und Fortschritt etc. Aber: Glos kommt aus Prichstenstadt. Wo liegt das? In Unterfranken, genauer gesagt im Landkreis Kitzingen.

Kein Wunder also, dass sein Parteikamerad Horst Seehofer in die Bresche und Genmais erst gut dann schlecht finden musste…

Die Frage ist aber jetzt: Hat der gemeinse Genmais-Samen wirklich keinen Bock, die 300 Meter Abstand zum Biomais (bzw. 200 Meter) zu überqueren oder kann es – mit etwas Windunterstützung – nicht doch bald zu einer solchen Misch-Ehe kommen? Seehofer/Glos werden es wissen.