22 Apr
von Philipp - Kategorie: Plebs & Pöbel, e.g.o., res politica
Es ist noch keine zehn Jahre her, da habe ich selbst noch nachts selbst mitgeholfen, fränkische Weinberge und Wiesen zu düngen. Meistens nach Weinfesten auf dem Heimweg (zu Fuß versteht sich), oft nach den Festen in Rödelsee, Iphofen und und und. Also ich kann wirklich von mir behaupten, die schöne Natur in der fränkischen Heimat genossen zu haben.
Ja, in meiner Mannheimer (Industriewüste) Zeit habe ich diese Landschaft sogar richtiggehend vermisst an schönen Sommertagen.
Die Zeit der schönen natürlichen (!) Umgebung im Landkreis Kitzingen ist leider demnächst dabei.
Heute beginnt im Landkreis Kitzingen nämlich die Zeit des Genmaises. Der mit Abstand größte Teil der 90 Hektar für Genmais ausgewiesene Fläche in Bayern liegt nämlich dort. Wie der Stoibär schreibt:
Richtig hart trifft es die Gemeinde Obernbreit, wo der Landwirt wohnt, der scheinbar für Monsanto die Speerspitze in Deutschland bilden soll. Bauer Reinhard Dennerlein möchte großflächig Genmais anbauen, weil er diesen zur Schweinemast einsetzen möchte und im benachbarten Rödelsee einen weiteren Schweinemastbetrieb für 2500 Tiere plant.
Und Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat ein Problem: Als Minister in einer konservativen Partei muss er eigentlich diese Genmanipulationen toll finden, ist ja Forschung und Fortschritt etc. Aber: Glos kommt aus Prichstenstadt. Wo liegt das? In Unterfranken, genauer gesagt im Landkreis Kitzingen.
Kein Wunder also, dass sein Parteikamerad Horst Seehofer in die Bresche und Genmais erst gut dann schlecht finden musste…
Die Frage ist aber jetzt: Hat der gemeinse Genmais-Samen wirklich keinen Bock, die 300 Meter Abstand zum Biomais (bzw. 200 Meter) zu überqueren oder kann es – mit etwas Windunterstützung – nicht doch bald zu einer solchen Misch-Ehe kommen? Seehofer/Glos werden es wissen.
Tags: Franken, Gentechnik, Heimat, Horst Seehofer, Iphofen, Kitzingen, Mannheim, Michael Glos, Rödelsee, Wirtschaft
4 Kommentare
Max
23|Apr|2008 1Das interessante ist zudem, dass die verwendete Maissorte (9irgendwas) in Frankreich inzwischen verboten wurde. Anscheinend hat man da irgendetwas festgestellt, das man wissen sollte…
Philipp
23|Apr|2008 2mhhh, da muss ich doch gleich nochmal nachrecherchieren. Danke für den Hinweis!
Nina Dennerlein
20|Mrz|2009 3Hallo,
1. wohnen wir nicht in Obernbreit sondern in Hohenfeld…
und 2. wenn man nicht mal weiß wie die BT-Mais Sorte heißt, meint ihr dann wirklich ihr habt Ahnung davon?
Überlasst das Denken lieber Leuten die was davon verstehn und sich schon Jahre lang über BT-Mais informiert haben.
Adele!
Philipp
21|Mrz|2009 4“wirklich Ahnung davon” habe ich natürlich nur eingeschränkt. Ich bin kein Biologe, Agrartechniker oder Ähnliches.
Aber eins weiß ich: Es ist eine Pflanze, die nicht mehr alle ihre natürlichen Eigenschaften aufweist. Ob das Nebenwirkungen hat, weiß man nicht. Und es ist nicht gesagt oder gar garantiert, dass sich die Genmutation nicht mit den natürlichen Pflanzen der Umgebung vermischt und langfristig betrachtet Unheil anrichtet – bspw. das Ökosystem entscheidend verändert und so auch Tieren Probleme macht.
Aber nachdem der Versuch jetzt ja schon fast ein Jahr andauert, bist Du herzlich eingeladen hier ein kurzes Zwischenfazit zu ziehen. Vielleicht kannst Du damit ja auch manche Bedenken aus der Welt schaffen?
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