Die arme arme Musikindustrie: Angela Merkel höchstpersönlich (via) soll sich darum kümmern, dass die Leute weniger Musik illegal aus dem Netz laden. Klaro, unsere Bundeskanzlerin ist ja auch ausgewiesene Expertin im Bereich Filesharing.
Aber mal im Ernst, Culcha Candela, Revolverheld, Max Herre, Scooter, DJ Ötzi und wie ihr alle heißt, die diesen offenen Blödsinn Brief unterschrieben haben: Was zur Hölle wollt ihr eigentlich?
Telefonanbieter haben in den letzten 10 Jahren eine Mörderkohle mit Flatrates verdient. Habt ihr ernsthaft gedacht, die Leute wären nur so scharf auf die Dinger weil sie sich gigabyte-weise Hausaufgaben und Urlaubsfotos hin- und herschicken möchten?
Im Prinzip ist die Geschichte doch ganz einfach: 1998 gab es die erste technisch wirklich reizvolle Möglichkeit schnell viele MP3-Dateien zu tauschen. NAPSTER hieß das Programm. Reaktion der Musikindustrie: Napster wurde so lange verklagt, bis die Tauschbörse am Boden war. Die Freude der Plattenfirmen war aber nur kurz, denn natürlich gab es längst andere Mittel und Wege, illegal MP3s runterzuladen.
Spätestens 2000-nochwas hätten Musiker, Plattenfirmen und andere längst merken müssen: Das Internet ist die Zukunft, und es ist nicht mehr aufzuhalten. Statt sich jetzt aber zu überlegen, wie man diese neue Technologie am besten für sich selbst nutzen kann, hat man einfach alles und jeden verklagt.
Und das ist der Stand bis heute: Wir haben ein Urheberrecht und Gesetze, die für moderne Techniken nicht passen.
Wir haben eine Unterhaltungsindustrie, die einfach nicht verstehen will, dass auch für sie die Zukunft im Internet liegt.
Noch nie gab es so viele Möglichkeiten, schnell bekannt zu werden wie heute. Ob mit irgendwelchem Müll wie die Grup Tekkan oder mit geiler Mucke wie Gnarls Barkley.
Also liebe Musiker: Jammert nicht unsere Bundeskanzlerin voll, die hat genug zu tun. Macht das, was ihr könnt: Seid kreativ! Lasst Euch was einfallen! Was spricht denn eigentlich gegen eine Musikflatrate? Also dass wir alle eine feste Summe pro Monat zahlen und dafür soviel Musik wie wir wollen runterladen dürfen?
Übrigens: Den offenen Brief haben nicht nur Musiker unterschrieben, sondern auch Schauspieler und Kino-Regisseure. Statt dass die Filmbranche also aus den Fehlern der Kollegen aus der Musik lernt, macht man den gleichen Blödsinn einfach nach. Na dann gute Nacht.
Tags: Angela Merkel, Bundeskanzler, Culcha Candela, DJ Ötzi, Filesharing, Gnarls Barkley, Grup Tekkan, Kino, Max Herre, mp3, Musikflatrate, Musikindustrie, Napster, Revolverheld, Scooter, Urheberrecht
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