Man sollte meinen, der DFB organisiert den Spielbetrieb auch unterhalb des professionellen Fußballs gerne. Und im Bewusstsein der Verantwortung, die man hat wenn man sich selbst zum Ziel setzt, den Breitensport zu fördern (§4 l der Satzung) oder weil das der Grund für die Gemeinnützigkeit (= Steuervorteile) der Landesverbände des DFB ist. Vielleicht tut man es aber auch nur deshalb weil man fähige Spieler für Auswahlmannschaften gewinnen möchte.

Pustekuchen. Der DFB organisiert den Spielbetrieb in den unteren Ligen aus demselben Grund, der Korruption in großen deutschen Unternehmen ermöglicht: Pure Geldgeilheit.

Hätte ich selbst nicht gedacht und es schockiert mich gerade zu, aber wir haben das in dieser Woche an verschiedenen Stellen erfahren dürfen. Denn: Der württembergische Landesverband verklagt die Website hartplatzhelden.de.

Die hat das gemacht was seit Jahren im Trend liegt: Das Augenmerk der Fußballfans von der ersten und zweiten auf die Ligen darunter gelenkt. Es gab Doku-Serien über die Verbandsliga, das Magazin 11Freunde hat den Blick in den Amateurfußball en vogue und geradezu zur Pflicht erhoben, und und und.

Jetzt auf einmal entdecken auch der DFB und seine Landes-Lakaien die Bedeutung des Breitensports bzw. des Amateurfußballs. Auf einmal wird die hessische Oberliga von einem zentralen Sponsor vermarktet (wie bescheuert das auch sein mag bei einem 1-Jahres-Vertrag und all den vielen Folgeproblemen) und plötzlich entdeckt man, dass Tore in den vom DFB organisierten unterklassigen Ligen nicht einfach ins Netz gestellt werden dürfen. Auch nicht wenn das privat, ohne jeden kommerziellen Hintergedanken und aus reiner Freude am Sport erfolgt. Aha. Warum?

Weil der DFB eine eigene, ähnliche Website gründen will. Gemacht ist das natürlich noch lange nicht, geschweige denn etabliert. Klaro, das Internet ist so neu für die alten Herren, da dauert das. Aber wundern tut es mich schon. Da haut ein Sportverband mit juristischer Keule auf eine Seite, die denen ein Forum gibt, die der DFB selbst in seiner Außendarstellung gerne übersieht. Mal sehen ob das so durchgeht. Und dann freue ich mich schon auf die Werbekampagne, mit der Zwanziger und seine Kumpels versuchen, ihrer eigenen Homepage einigermaßen passablen Zulauf zu bieten.

Übrigens: YouTube wird nicht verklagt. Weil “das nicht ausschließlich dazu auffordert, Filme vom Amateurfußball ins Netz zu stellen” (Quelle Spiegel Online). Stimmt, ist ja viel besser wenn da Bundesliga-Tore zu sehen sind. Die Bildrechte dafür kosten ja nur ein paar Millionen… Die Logik dürfen mir die Pappnasen von der Otto-Fleck-Schneise bei Gelegenheit nochmal erklären. Zumal YouTube wirklich von solchen Rechtsverstößen lebt, die Hartplatzhelden aber einfach nur eine Hobbykicker-Community sein möchten.