Manchmal sind es die Kleinigkeiten. EinNebensatz. Eine Klammerbemerkung. Eigentlich dachte ich, durch den Liveblog von Probek hätte ich die wichtigsten Dinge von der Jahreshauptversammlung des FC Bayern mitbekommen. Und dann heute beim Lesen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeit das hier:

Karl Heinz Rummenigge (der Franz Beckenbauer ein selbstgereimtes, zum Fremdschämen peinliches „Gedicht“ widmete)

Ein Satz wie ein Donner. Selbstgeschriebenes Gedicht. Von einem Fußballer. Und dann auch noch so vorgetragen, dass es sogar auf dem kostbaren Gut Zeitungspapier erwähnt wurde.

Muss doch zu finden sein, dass Ding. In diesem Internet von dem alle reden. Und richtig, ich habe es gefunden. Und gesehen. Es hat mich an etwas erinnert. Einen Song von Jan Delay. “Überdosis Fremdscham”. Vom aktuellen Delay-Album “Wir Kinder vom Bahnhof Soul”. Da heißt es:

Ja dann läuft mir n kalter Schauer über’n Rücken
Und die Fußnägel die spalten sich entzwei
Und ich muss mich am ganzen Körper schütteln
Und ich will einfach nur noch woanders sein

Das in etwa muss Franz Beckenbauer wohl auch durch den Kopf gegangen sein, als er Karl-Heinz Rummenigges “Gedicht” ertragen musste. Das Ende des Videos spricht Bände. Wie der Kaiser, die Lichtgestalt, der Weltmann, versteinert wirkt um sich ja nicht anmerken zu lassen was er fühlt in diesem Moment. Rührung oder Freude sind es nicht, das steht fest.

Aber das Wort “Fremdschämen” ist hingegen auch beschönigend.


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